Xerte

Das Open-Source Autorenwerkzeug Xerte wird von der britischen University of Nottingham betreut. Die aktuellste stabile Version 2.6 (Stand 23.11.09) ermöglicht die Erstellung von komplexen Lerneinheiten. In Xerte sind Texte, Bilder, Videos, Flashanimationen und weitere multimediale Inhalte problemlos einzufügen. Zudem bietet das Werkzeug viele Interaktionsmöglichkeiten zwischen Lerneinheit und dem Lernenden (University of Nottingham, 2009).

Xerte Screenshot

Xerte nutzt, wie in dem Bildausschnitt ersichtlich, eine Baumstruktur für die Erstellung des Lerninhaltes. Der Wurzel wird im ersten Schritt eine Schnittstelle hinzugefügt. Durch die Schnittstelle werden Grundeinstellungen, wie das Template festgelegt. Allerdings können in jedem Unterknoten die Einstellungen überschrieben werden.

Der zweite Schritt, einen Rahmen festzulegen, ist optional. In diesem sind feste Anzeigenelemente und ggf. globale Variablen zu deklarieren. Dadurch werden Elemente erzeugt, die auf allen Unterseiten des Frames angezeigt und genutzt werden. Im dritten Schritt werden die Lerninhaltsseiten angelegt. Diesen Seiten werden anschließend Elemente und Interaktionen hinzugefügt.

Die Bedienung für die Erzeugung des Baumes ist einfach, aber Änderungen der Elemente sind für Nichtprogrammierer schwierig. Das reine Ändern der Eigenschaften benötigt Begriffskenntnisse, wie die Bedeutung von “SynchPoint” oder “Label”. Die integrierte Hilfsfunktion zeigt die Funktionsweise ausschließlich oberflächlich und die Bedeutung einzelner Tags wird nicht dargelegt. Komplexe Interaktionen, zu denen auch die Lernerfolgskontrollen zählen, sind ausschließlich über die vorhandene Anbindung von JavaScript zu realisieren. Genauer besteht die Möglichkeit Script-Objekte zu erstellen, in denen frei programmiert werden kann. Dadurch sind vielfältige Möglichkeiten gegeben, aber der Vorteil ist ausschließlich für programmiererfahrende Autoren vorhanden.

Xerte ist vollständig SCORM 1.2 und 2004 konform, bietet aber mit Ausnahme des Titel- und des Beschreibungs-Metatags keine Eingabe von Metadaten. Positiv sind zwei weitere Funktionen zu erwähnen. Zum einen hat der Lernende während der Nutzung die Möglichkeit das Design anzupassen. Es ist ihm ermöglicht, Einstellungen, wie Textgröße und Template, beim Betrieb der Lerneinheit zu ändern. Zum anderen bietet sich den Autoren, die Möglichkeit sogenannte Models abzuspeichern. Models können einzelne Elemente bis zu ganzen Modulen sein. Dadurch erhält der Autor die Möglichkeit, Lerninhalt wiederzuverwenden.
Es wird deutlich, dass jenes die Funktionen des Autorenwerkzeugs äußerst flexibel und umfangreich macht, aber sich Nicht-Programmierern diese Möglichkeiten kaum bieten. Trotz der schwierigen Bedienung und der erheblichen Erlernungsphase erreicht Xerte 71,98 Punkte bei der Nutzwertanalyse.